Psalmen

 

 

 

 

 

 

Der Psalter Davids sind Worte keine Steine;

 

 

 

doch sie zerschmettern Goliath, die Leidenschaften.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über die Psalmen

 

 

 

 

 

 

 

Mein Herz spricht überfließend ein gütiges Wort, ich spreche von meinen Werken zum König; meine Zunge ist ein Schreibgriffel eines Schnellschreibers... Psalmsingt dem Herrn, psalmsingt! Psalmsingt unserem Herrn, psalmsingt!“, fordert uns der Heilige Geist in der Heiligen Schrift auf (vgl. Ps 44, 2; 46, 8).

 

Der Apostel sagt: „Redet zueinander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern; singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen… Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen in aller Weisheit; lehrt und ermahnt einander und singt mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern dem Herrn lieblich in eurem Herzen“ (vgl. Eph 5, 19, Kol 3, 16).

 

 

Christus, die Heiligen des Alten und des Neuen Bundes und die Heiligen Engel beten die Psalmen. Die Apostel und die Heiligen empfehlen sie als Gebete. Es ist also der Wille Gottes das wir die Psalmen oft beten.

 

 

 

Hl. Basilius von Cäsarea: Das gläubige Beten der Psalmen bringt uns Gottes Hilfe und lässt uns Gott nicht vergessen:

 

 

 

 

Viele und mannigfache Lehren gab uns der heilige Sänger David unter dem Walten des Geistes. Bald erzählt uns der Prophet von seinen eigenen Leiden und von der Geduld, mit der er die Prüfungen getragen, und hinterläßt uns so mit seinem Beispiele die nachdrücklichste Unterweisung in der Geduld, wenn er zum Beispiel sagt: „Herr, warum haben sich die gemehrt, die mich bedrängen?“ Bald zeigt er uns auch Gottes Güte und die schnelle Hilfe, die Gott denen gewährt, die ihn aufrichtig suchen, und sagt: „Da ich rief, erhörte mich der Gott meiner Gerechtigkeit.“ Dasselbe drückt der Prophet in folgenden Worten aus: „Während du noch redest, wird er sagen: Siehe, da bin ich. Das heißt: Noch hatte ich nicht aufgehört zu rufen, als mich Gott schon erhörte. — Wenn er sodann vor Gott seine Bitt- und Hilferufe bringt, lehrt er uns, wie die, die in Sünden wandeln, Gott versöhnen müssen. „Herr, strafe mich nicht in deinem Gewinne und züchtige mich nicht in deinem Zorne!“ Im zwölften Psalme aber, wo er auf eine länger währende Versuchung anspielt, sagt er: „Wie lange, Herr, wirst du meiner so ganz vergessen?“ Dann belehrt er uns den ganzen Psalm hindurch, daß wir in den Trübsalen den Mut nicht sinken lassen dürfen, sondern auf die Güte Gottes vertrauen und nicht vergessen sollen, daß er uns in weiser Vorsehung Drangsalen überläßt und einem jeden nach dem Maße seines Glaubens auch das Maß der Versuchungen bestimmt. Nachdem er nämlich gesagt hat: „Wie lange, Herr, wirst du meiner so ganz vergessen?“ und „wie lange wendest du dein Antlitz von mir?“geht er sofort auf die Bosheit der Gottlosen über, die im Leben nur ein wenig Unglück haben dürfen und dann, gleich ungehalten über die mißlichen Verhältnisse, zu zweifeln beginnen, ob ein Gott sei, der sich um diese Welt bekümmere, der auf die Verhältnisse eines jeden sehe und einem jeden nach Verdienst austeile. Wenn sie dann sehen, daß sie längere Zeit in unerquicklichen Verhältnissen leben müssen, so bestärken sie bei sich die böse Meinung und sagen in ihrem Herzen: „Es ist kein Gott.“ „Der Tor spricht in seinem Herzen: Es ist kein Gott.“ Hat er einmal diesem Gedanken Raum gegeben, dann schreitet er ohne Scheu von Sünde zu Sünde. Denn wenn niemand da ist, der zuschaut, niemand ist, der jedem nach Verdienst vergilt, was hindert dann, den Armen zu unterdrücken, die Waisen zu ermorden, Witwe und Fremdling zu töten, jede Schandtat zu wagen, mit unreinen, abscheulichen Lastern und viehischen Gelüsten sich zu beflecken? Daher fügt der Psalmist den Worten „Es ist kein Gott“ als eine Folge daraus hinzu: „Verderbt sind sie und abscheulich geworden in ihrem Treiben.“ Es ist ja unmöglich, daß die vom rechten Wege abirren, die Gott in ihrem Herzen nicht vergessen. Warum sind die Heiden „ihrem verworfenen Sinne überlassen worden, daß sie tun, was unziemlich ist“? Nicht deshalb, weil sie sagten: „Es ist kein Gott“?

 

 

 

Hl. Basilius von Cäsarea († 379) - Ausgewählte Predigten
Exegetisch-dogmatische Predigten (Reden)
Fünfzehnte Pedigt (Mauriner-Ausgabe Nr.1)

 

 

 

 

 

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Orthodoxes Glaubensbuch - Das Buch der Psalmen Salomos

 

So heißt die biblische Sammlung von 150 geistlichen Liedern. Der Name dieses Buches kommt von einem griechischen Wort, das ein Musikinstrument bezeichnet, das an eine Leier oder Harfe erinnert. Der Inhalt der Psalmen und auch die Gründe ihrer Entstehung sind verschieden. In ihnen sind historische Begebenheiten, Unglück und Freude des individuellen Lebens, die Reue über Sünden, der Dank an Gott und die Begeisterung über Seine Größe und Weisheit und über die Vollkommenheit Seiner Schöpfung enthalten. Es sind leise Seufzer und gewaltige Chöre. Das Wichtigste, was die Verfasser der Psalmen beseelt, ist der Traum vom kommenden Erlöser. Viele Gedanken, die über Ihn in den Psalmen ausgesprochen werden, sind prophetisch.

 

Die jüdischen Gelehrten betonen, dass die Tora die “Fünf Bücher Gottes an das Volk” seien, die Psalmen dagegen, die sie ebenfalls in fünf Bücher geteilt haben, die “fünf Bücher des Volkes an Gott”. In der russischen Übersetzung ist die Einteilung in fünf Bücher durch ein zweifaches “Amen” am Ende jedes Buches oder durch die Wiederholung des letzten Satzes mit dem abschließenden Ausruf “Alleluja” gekennzeichnet.

 

Der Verfasser der meisten Psalmen ist der Prophet und König David. Seinen Namen tragen insgesamt 73 Psalmen. 12 Psalmen wurden von Asaf, 10 von den Korachitern und 2 vom König Salomo, dem Sohn Davids, verfasst, der 89. Psalm ist Mose zugeschrieben. Die Psalmen sind gewöhnlich in der Überschrift charakterisiert. Entweder sind sie ein Gebet oder ein Loblied oder eine Belehrung. Es sind auch die Instrumente angegeben, die den Gesang begleitet haben: Zimbel, Pauke, Leier, Harfe, Flöte (Hirtenflöte) oder Hörner. Jeder Psalm wurde nach einer Melodie gesungen, die dem Chorleiter bekannt war.

 

Der wichtigste Inhalt der Psalmen ist die Hoffnung auf das Kommen des Messias.

 

Aber auch nach der Ankunft des Messias haben die Psalmen ihre Bedeutung nicht verloren. Der Herr selbst hat sie gesungen. Von Seinem zwölften Lebensjahr an begleitete Er Seine Eltern jedes Jahr auf ihrer Wallfahrt nach Jerusalem zum Paschafest. Von Nazaret bis nach Jerusalem sangen die Wallfahrer die Psalmen 119–133. In Seiner Predigt verwendete der Herr mehr Zitate aus den Psalmen als aus anderen Büchern des Alten Testaments. Nach dem Letzten Abendmahl sang der Herr gemeinsam mit Seinen Jüngern Psalmen, als sie in den Garten Getsemani gingen.

 

Die Kirche Christi nahm die Psalmen von Anfang an in ihren Gottesdienst auf. Der heilige Athanasios der Große schrieb über die Psalmen: “Ich meine, dass in den Worten dieses Buches das ganze Leben des Menschen beschrieben und erfasst ist, der gesamte Zustand der Seele, alle Bewegungen der Gedanken, so dass im Menschen nichts Weiteres zu finden ist. Wenn man bereuen und seine Sünden bekennen soll, wenn dich Trauer und Versuchungen plagen, wenn man dich verfolgt oder gegen dich Ränke schmiedet, wenn dich die Trübsal gepackt hat oder wenn du glücklich bist, dein Feind aber vernichtet, wenn du Gott Lob und Dank darbringen willst – in all dem können wir Belehrung in den göttlichen Psalmen finden. In jeder dieser Gemütsverfassungen sollte man ihre Worte lesen, und jeder Mensch wird sie an den Herrn richten, als wären sie für ihn selbst geschrieben worden.”

 

Die heiligen apostelgleichen Brüder Kyrill und Method, die Lehrer der Slawen, übersetzten die Psalmen wörtlich aus der griechischen in die slawische Sprache. In der Rus’ wurden die Psalmen zum Lieblingsbuch. Mit dem Psalter hat man Lesen und Schreiben gelehrt, die Psalmen wurden abgeschrieben und immerfort gelesen, nicht nur im Gottesdienst, sondern auch zu Hause.

 

In der Kirche werden alle Psalmen im Gottesdienst im Laufe einer Woche einmal gelesen, in der Großen Fastenzeit sogar zweimal in der Woche.

 

Quelle: https://orthpedia.de/index.php/Psalmen_Salomos

 


Einige auserwählte Psalmen

 

 

 

Psalm 1

 

Selig ist der Mann, der dem Rat der Gottlosen nicht nachfolgt und nicht auf dem Weg der Sünder ist und nicht auf dem Stuhl der Verdorbenen saß, sondern am Gesetz des Herrn seine Freude hat und in seinem Gesetz studiert, Tag und Nacht. Denn er wird sein wie ein Baum der gepflanzt wurde an Wasserbächen; er bringt seine Frucht zu seiner Zeit und sein Blattwerk welkt nicht, und alles was er tut wird Erfolg haben. Nicht so sind die Gottlosen, nicht so, sondern wie Flaum, den der Wind vom Angesicht der Erde hinweg weht. Deswegen stehen Gottlose im Gericht nicht auf, noch Sünder im Rat der Gerechten. Denn der Herr erkennt den Weg der Gerechten, doch der Weg der Gottlosen wird vernichtet werden.

 

 

 

Zu Psalm 1: Der Hl. Athansius der Große empfiehlt das Beten dieses Psalmes für alle, die auf Christus hoffen. Der Hl. Arsenios von Kappadokien empfiehlt ihn als Gebet, damit Bäume und Weinberge Frucht bringen.

 

 

 

 

Psalm 22

 

Der Herr weidet mich und nichts wird mir mangeln. An Orten des Grases lässt er mich zelten, an dem Wasser der Ruhe nährt er mich, mein Leben lässt er zurück kehren. Er führt mich auf Fußsteigen der Gerechtigkeit um seines Namens Willen. Und wenn ich auch geführt werde durch den Schatten des Todes, so fürchte ich die bösen Dinge nicht, denn du bist mit mir, deine Schlagrute und dein Hirtenstab, sie trösten mich. Du hast mir ein Mahl bereitet vor meinen Betrübern, du hast meinen Kopf mit Öl gesalbt und dein Kelch berauscht mich wie Starkwein und dein Erbarmen verfolgt mich alle Tage meines Lebens und ich werde wohnen im Hause des Herrn für die Länge der Tage.

 

 

 

Zu Psalm 22: Das Patriarchat von Jerusalem empfiehlt das Beten dieses Psalmes für den Frieden der Welt, damit die Kriege aufhören. Der Hl. Athanasius der Große empfiehlt ihn zu beten, wenn du merkst, dass der Herr dich weidet und dich zum Guten führt. Hl. Arsenios von Kappadokien empfiehlt ihn als Gebet, damit die unartigen und ungehorsamen Kinder friedlich werden, die ihre Eltern betrüben. Der Hl. Nektarios von Pentapolis sieht ihn als Aufforderung an, Gottes Güte und Erbarmen zu Verherrlichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Psalm 116

 

Alliluia. Lobt den Herrn alle Nationen, lobpreist ihn alle Völker, denn mächtig ist sein Erbarmen über uns und die Wahrheit des Herrn bleibt in Ewigkeit.

 

 

 

Zu Psalm 116: Das Patriarchat von Jerusalem empfiehlt das Beten dieses Psalmes zur Errettung eines Menschenlebens. Der Hl. Arsenios von Kappadokien empfiehlt ihn als Gebet, damit Liebe und Harmonie in den Familien bewahrt werden und sie Gott verherrlichen. Der Hl. Nektarios von Pentapolis sieht ihn als Aufforderung an, Gottes Güte und Erbarmen zu Verherrlichen.

 

 

 

 

 

 

 

Psalm 150

 

Alliluia. Lobt Gott in seinen Heiligen, lobt ihn am Firmament seiner Kraft; lobt ihn für seine Krafttaten, lobt ihn nach der Fülle seiner Größe. Lobt ihn mit dem Schall der Posaune, lobt ihn mit Psalter und Zither. Lobt ihn mit Tamburin und Tanz, lobt ihn mit Saiten und Flöten, lobt ihn mit sanft klingenden Zimbeln, lobt ihn mit triumphierenden Zimbeln. Jeder Lebensodem lobe den Herrn. Alliluia.

 

 

 

Zu Psalm 150: Der Hl. Athansius der Große empfiehlt das Beten dieses Psalmes als Gebetsanleitung für das persönliche Gotteslob. Der Hl. Paisios empfiehlt diesen Psalm als Bittpsalm für Betrübte in der Fremde oder für die Entschlafenen. Das Patriarchat von Jerusalem empfiehlt ihn als Gemeinschaftsgebet zur Verherrlichung Gottes.

 

 

 

(wird fortgesetzt)

 


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